WIEDERAUFBAU 

NACH 1945

1946 - 1951

1949

 

Vom 1. bis 18. September findet auf dem Ausstellungs-gelände am Dutzendteich die erste

 

DEUTSCHE BAU-AUSSTELLUNG

 

statt.

 

Diese Deutsche Bau-Ausstellung soll dazu beitragen, die Forderung "wir müssen bauen" zu verwirklichen. Unter Verzicht auf jede Repräsentation wird die Ausstellung der harten Wirklichkeit unserer Tage entsprechend durchgeführt.

 

Unsere Firma ist mit Baumaschinen, Baugeräte und Werkstatteinrichtungen auf dem Freigelände Block 1, 2 und 4 vertreten.

 

Oktober 

Auflösung der Eisenkontigentierung

 

Nach Auflösung der Eisenkontigentierung werde ich in den Werkzeug-Einkauf versetzt. Nachdem unsere Einkaufsunterlagen zum größten Teil durch Kriegseinwirkung verloren gegangen sind, und außerdem viele unserer Vorkriegslieferanten in der Ostzone befinden, ist die erste Zeit meiner Tätigkeit die Schaffung einer neuen Bezugsquellenkartei und einer technischen Registratur. Eine interessante Aufgabe, bei der ich viel lernen konnte. Zeitweise bin ich auch mit Kalkulationsarbeiten beschäftigt.

 

 

Korea Krieg 

Die Auswirkung des Koreakrieges macht sich bei uns durch enorme Preiserhöhungen bemerkbar. Die Preise erhöhen sich jährlich zweimal um 5% und 8%. Es hat zur Folge, daß wir ständig neue Preislisten an unsere Kunden ausgeben müssen.

 

 

Schulungskurs für Kaufleute im Außendienst vom

14. Januar bis 8. April

Deutsche Bauausstellung 1949
Deutsche Bauausstellung 1949
Deutsche Bauausstellung 1949

1946

 

In der Zeit vom September 1945 bis Februar 1946 erfolgt mein Ausbildung in der Buchhaltung und Kasse.

Abteilungsleiter ist unser Prokurist Otto Richter.

 

Die Firma erwirbt ein Grundstück in Nürnberg-Schweinau, Hermannstraße 25. Hier wird eine Lagerhalle für Baumaschinen und Baugeräte, eine Reparaturwerkstätte und Büroräume errichtet.

März bis August

Zur weiteren Ausbildung komme ich für 6 Monate in unseren Laden-Werkzeugverkauf.

 

 

September

Meine Ausbildung erfolgt nun in den letzten Monaten meiner Lehrzeit in der Werkzeugabteilung bei Herrn Rohr.

Infolge meiner guten Leistungen werde ich bereits Ende Januar 1947 in das Angestelltenverhältnis übernommen.

 

Zum Jahresende beträgt der Reingewinn 131.428,38 RM. Das ist zwar nicht viel, doch in Anbetracht der sehr knappen Warenlieferungen unserer Lieferanten, immerhin ermutigend.

Otto Richter

1947

 

Die Stimmung in den vier Besatzungszonen ist angesichts der Notsituation gedrückt. Eine Kältewelle trifft auf die Bevölkerung, die ohne ausreichenden Brennstoff dem Winter ausgeliefert ist.

 

Und dann trifft uns eine Hitzewelle die von Pfingsten bis in den Oktober hinein anhält. Es werden Temperaturen bis zu 35 Grad gemessen. Die alten Bauern können sich nicht an Vergleichbares erinnern. Die Zeit der Dürre beginnt und sie will schier nimmer enden. Garten sprengen ist bis auf weiteres verboten. Das Ackerland ist ausgedörrt, die Wiesen verbrannt, das Vieh hungert. Der Ernteertrag liegt nur bei etwa 25 Prozent einer Normalernte. Rings um Nürnberg entstehen Waldbrände

 

Die Versorgung ist katastrophal. wir müssen mit knapp 1000 Kalorien pro Tag auskommen. Dabei hatte der Völkerbund als Norm für des Menschen Lebensbedürfnis 2400 bis 3000 Kalorien täglich festgelegt.

 

Im April lege ich meine Kaufmannsgehilfenprüfung vor der Industrie- und Handelskammer für Mittelfranken mit der Note 2 ab.

Die Eisenkontigentierung wird eingeführt. Es gibt nur noch Ware gegen Abgabe von Eisenmarken oder Eisenschecks.

 

Im Mai  beginne ich meine kaufmännische Tätigkeit mit der selbständigen Führung der damals noch notwendigen Eisenkontigent- Buchhaltung, die durch die Eisen-bewirtschaftungsstelle einer sehr scharfen Kontrolle unterliegt

Bei Eingang eines Kundenauftrags muß ich zuerst berechnen, wie viel Eisenmarken (Kilo) erforderlich sind. Erst nach Eingang der Eisenmarken wird der Auftrag zur Lieferung freigegeben.

 

Die Industrie kann bei weitem nicht den Bedarf decken. Lieferzeiten von 24 Monaten und länger sind keine Seltenheit.

 

 

Da ich schon während meiner Lehrzeit großes Interesse für alles technische zeigte, durfte ich in der Zeit vom 30.6. bis 25.7. in der Firma

 

Mammut-Werke

Werkzeugmaschinenfabrik

Pölmann & Nentwig, Nürnberg

 

praktizieren und später noch einmal im

Ohm-Polytechnikum, Nürnberg.

 

Ich habe schnell erkannt, daß nicht nur gründliche Warenkenntnis sondern auch das Wissen um den Verwendungszweck und die Art der Anwendung die Voraussetzung für eine Erfolgreiche Tätigkeit im Werkzeughandel sind. Darum bin ich stets bestrebt, meine Kenntnisse durch Studium von Fachliteratur zu erweitern und zu vertiefen.

Eisenscheck.jpg

1948

20. Juni 

Die Währungsreform, ein historischer Tag

 

An diesem 20. Juni  verschwindet die Reichsmark kurz und schmerzlos, die Deutsche Mark wird für uns das einzige Zahlungsmittel. 40,00 Deutsche Mark beträgt unser Anfangskapital. Die Zeit der harten Währung beginnt. Mit ihr auch unser westdeutsches "Tischlein-deck-dich". Die neue Deutsche Mark statt der wertlosen Reichsmark lässt das Warenangebot in den Geschäften von einem auf den anderen Tag anschwellen, als hätte es nie eine Knappheit gegeben.

 

Auch wir geben unser "Paul Mirgeben-Lager" für den Verkauf frei.

Das Ende der Lebensmittelkarten bedeutet für uns den Anfang eines neuen Lebens. Es brechen zwar nicht gleich paradiesische Zeiten an, denn das Geld ist mehr als knapp, aber wir empfinden es wohltuend, daß wir unseren Lebensunterhalt wieder ehrlich bestreiten können.

 

Nach der Währungsreform geht es in der Bundesrepublik wieder bergauf. Es herrscht Aufbruchstimmung auf allen Gebieten. Das Geld ist wieder etwas wert. Nach den schweren Jahren beginnt sich das Leben zu normalisieren. Die finanziellen Mittel sind allerdings noch bescheiden. Die Weihnachtsgeschenke entsprechen dieser Bescheidenheit. In erster Linie verschenkt man das , was nötig gebraucht wird. Erst in den 50er Jahren kaufte man die ersten "Luxusartikel" wie Fotoapparate, Plattenspieler, Radio usw.

 

 

 

Mai 1948 kurz vor der Währungsreform

 

Die Firma macht ihren ersten Betriebsausflug nach Cadolzburg. Für die Verpflegung hat unser Betriebsrat und Leiter Stahlverkauf Herr Leinberger gegen Ware einen Hammel eingetauscht, der dort schwarz geschlachtet wurde.Auf Schwarzschlachtung seht Bestrafung bzw. Gefängnis. Irgendwie hat die Polizei davon Wind bekommen und will kontrollieren, aber unser Wirt wurde gewarnt und hat kurz vorher den Hammel verschwinden lassen.Wir haben uns also zu früh gefreut uns satt essen zu können, wir bekommen nur Klöße mit Soße. Das Fleisch bekommen bekommen wir später, portionsweise eingepackt mit nach Hause.

 

Der Tag ist aber trotzdem ein voller Erfolg. Wir spielen Theater und Sketche und am Abend ist Tanz und es gibt eine Tombola.

1950

 

Im Juni feiert Herr Dr. Max Theisen sein

25- jähriges Dienstjubiläum

Dr. Max Theisen

1951

 

Ich werde Sachbearbeiter für das Bestellwesen

im Einkauf für "Werkzeuge und Baugeräte".

Unsere Lehrlinge und Jungangestellten besuchen das Eisenhüttenwerk in Sulzbach-Rosenberg

 

 

 

 

 

 

 

 

Vorführwoche

BOSCH-Hochfrequenzwerkzeuge

Von links nach rechts: Herr Rückert, ? , Herr Frauenstein, Herr Troppmann, Herr Bayer von der Firma Bosch, Herr Georg Theisen, Herr Wittmann, Herr Weidinger, ? ,

 

 

 

 

 

 

 

Betriebsausflug 

 

Hart arbeiten müssen wir alle. Die Familie Theisen legt großen Wert darauf, einmal im Jahr einen Betriebsausflug zu machen. 1951 ist das Ziel Rednitzhembach.

In diesem Jahr findet die erste Baumaschinen- und Baugeräte-Ausstellung auf unserem neuen Gelände in Nürnberg, Hermannstraße statt.

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Bosch